Aufbau einer Trainingseinheit


Eine gründliche Planung, Durchführung und Nachbereitung der einzelnen Trainingseinheiten ist der Grundstein für ein erfolgreiches Training. Dies gilt nicht nur aber besonders auch für die Leichtathletik.

1 Vorüberlegung

Grundlage einer jeden Trainingsstunde sollte die Vorüberlegung des Trainers sein. Dabei spielen die folgenden Fragestellungen eine Rolle:

  • Welche Altersklasse soll trainiert werden? Wie wird das Training daraus resultierend aufgebaut?
  • Welche Inhalte sind der zu planenden Trainingseinheit vorausgegangen.
  • Sollten Teile aus der vorangegangenen Einheit aufgegriffen / wiederholt/ vertieft werden?
  • Wo wird die zu planende Trainingseinheit stattfinden (In der Halle, auf dem Platz etc.)?
  • Wie sind die Platzverhältnisse?
  • Bei Training im Freien: Wie wird das Wetter?
  • Welche Geräte werden benötigt und stehen diese in ausreichender Anzahl zur Verfügung?
  • Wieviel Zeit steht insgesamt zur Verfügung? Wieviel davon wird für den Auf- und Abbau benötigt?
  • Sind ausreichend Trainer und/oder Assistenten verfügbar, um einen sicheren Ablauf zu ermöglichen?
  • Gibt es verletzte und/oder beeinträchtigte Kinder und wie können diese eingebunden werden?

2 Einstimmung

2.1 Aufwärmen

"Am Anfang der Trainingseinheit sollte ein aktives Aufwärmen des Körpers erfolgen. Das Aufwärmen dient der Vorbereitung von Muskulatur, Sehnen, Gelenkknorpel und anderen Strukturen des Bewegungsapparates auf die bevorstehende Belastung. Es soll die Stoffwechselvorgänge ankurbeln, die Durchblutung und die Gewebetemperatur erhöhen, das Nervensystem sensibilisieren und den Trainierenden mental auf das Training einstimmen." 4

Für Kinder und Jugendliche stehen die physiologischen Aspekte und Gründe des Aufwärmens an nachgeordneter Stelle. Für sie steht der Spaß im Vordergrund. 

Das Aufwärmen ist daher altersklassengerecht zu gestalten.

3 Hauptteil

Der Hauptteil sollte auf Basis der zur Verfügung stehenden Zeit in ein bis drei Einheiten zu 15 bis 25 Minuten eingeteilt werden. 2

4 Ausklang

Der Stundenausklang ist der letzte Teil einer Trainingseinheit in Anwesenheit der Athleten. Er sollte "wenige bis max. 10 Minuten" 2 in Anspruch nehmen.

4.1 Abwärmen, Cool-Down

"Das Abwärmen, auch Cool-Down genannt, umfasst alle aktiven Maßnahmen, die ein Sportler im unmittelbaren Anschluss an den Hauptteil der Trainingseinheit durchführt, um den Übergang von der Belastungssituation in die Ruhephase zu gestalten. Der Sinn ist das langsame Herunterfahren der beanspruchten Organsysteme auf ihr Ausgangsniveau und eine beschleunigte Einleitung regenerativer Prozesse. Auch die mentale Entspannung spielt eine Rolle, wenn im Training Willenskraft und Motivation im hohen Maße gefordert waren." 4

Das Abwärmen oder auch Cool-Down sollte ebenfalls altersklassengerecht und der vorhergegangenen Belastung entsprechend erfolgen.

Möglichkeiten dazu sind:

  • Passives Dehnen
  • Abschlußspiele

4.2 Abschluss und Verabschiedung

Der Abschluss und die Verabschiedung dienen dem gemeinsamen Stundenrückblick. Die Gruppe wird dazu zusammen gerufen und es sollten die folgenden Punkte zusammengefasst und angesprochen werden:

  • Gemeinsame Rekapitulation der Trainingseinheit
  • Zusammenfassung der Inhalte und Ziele der abgeschlossenen Trainingseinheit
  • Bewertung (Lob / Kritik) der absolvierte Einheit
  • Ausblick auf die nächste Einheit

Quellen

  1. Strüder, H. K., Jonath, U. & Scholz, K. Leichtathletik: Trainings- und Bewegungswissenschaft - Theorie und Praxis aller Disziplinen. (Sportverlag Strauß, Hellenthal, 2017).
  2. Katzenbogner, H., Killing, W., Fröhlich, N., Ullrich, D. & Müller, F. Kinderleichtathletik: Altersklassen U8-U12: Rahmentrainingsplan des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. (Philippka Sportverlag, Münster, 2018)
  3. 1. Walker, B. Anatomie des Stretchings: Mit der richtigen Dehnung zu mehr Beweglichkeit. (Riva Verl, München, 2012).
  4. Pauls, J. Das große Buch vom Krafttraining. (Copress Sport, München, 2011).
  5. 1. Langendoen, J. Taping im Sport: Soforthilfe bei Schmerzen und Verletzungen. (TRIAS, Stuttgart, 2014).